1445 - Rheinfränkisches KochbuchErstellt: 20.11.2009 Rheinfränkisches Kochbuch / Berliner Handschrift / Kochbuch der Handschrift BerlinStandort: Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. fol. 244 Westmitteldeutscher Schriftdialekt: rheinfränkisch. Merkmale nicht sehr auffällig, das deutet auf einen geübten und gebildeten Schreiber.
Das Kochbuch ist Teil einer auf Papier geschriebenen Sammelhandschrift (Hausbuch) und enthält neben einem Kalender, astronomischen und astrologischen Texten auch ein Losbuch, eine Geomantie und Badevorschriften, außerdem Rezepte für Tinte und Malereifarbe, sowie Salben und medizinische Produkte die heute eher einem Kochbuch zugeordnet wären (Sirup, Heiltränke, Ingwerkonfekt). Die Texte sind meist Übersetzungen aus dem Lateinischen. Die Handschrift ist prunkvoll gearbeitet, jedes Thema beginnt mit einem Vorblatt. Der Kochbuchteil zählt aufgrund seiner schwarzumrandeten Blattgoldinitialen zu den aufwendigst geschmückten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Das Kochbuch scheint interessanterweise nicht die sonst üblichen diätischen Hintergründe zu haben, da die dafür notwendigen Angaben über die Temperierung der Speisen mit bestimmten Gewürzen unterschlagen werden zugunsten allgemeiner Angaben, die einen versierten Koch voraussetzen, der weiß, wie man würzt. Einige Zutaten weisen auf Oberschichtenküche, die Häufigkeit von Fasten- und Geflügelzubereitungen deutet eventuell auf klerikale Nutzer. Die 59 Rezepte sind unüblicherweise thematisch sortiert worden. 39 Rezepte sind Fastenspeisen. Parallelüberlieferung: Mit dem südostdeutschen Überlieferungsstrang besteht fast keine Gemeinsamkeit:
Die Handschrift ist nicht im oberdeutschen Raum angesiedelt, teilt aber einen grossen Teil ihres Rezeptbestandes mit diesem Überlieferungsstrang:
Die meist fast wörtliche Übereinstimmung (bis auf sprachliche Anpassungen des Dialektes) der Rezepte deutet auf schriftliche Vorlagen. Da das Rheinfränkische Kochbuch aber älter ist als die Paralellüberlieferungen,
kommen diese nicht als Quellen infrage. Die normalerweise jeweils als zusammenhängende Textblöcke übernommenen Rezepte der jüngeren Quellen stimmen in ihrer Reihenfolge nicht mit
der des Rheinfränkischen Kochbuches überein. Daraus läßt sich der Rückgriff auf gemeinsame Quellen folgern.
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Rheinfränkisches Kochbuch um 1445
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