Historische Lebkuchenrezeptewww.Geschichte-des-Kochens.de
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Sabina Welserin |
| Sabina Welserin, 1553: 3 Rezepte für Lezelten | |
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|| 151 || Gút lezelten zú bachen Nim am ersten ain pfúnd zúcker, ain qúertlin geleúterts | |
151. Gute Lebkuchen backen Nimm zuerst 1 Pfund Zucker, 1 Quart geläuterten Honig, nicht ganz ¼ Mehl, nimm 5 Lot Zimtstangen, 3 Lot Nelken, 4 Lot gestossenes Kardamon. Die anderen Gewürze schneide so klein wie möglich, die Zimtstangen so grob wie möglich gestrossen. Tu auch Ingwer hinein und tu Zucker in den Honig, lass es miteinander kochen, tu das Mehl in einen Trog, schütte das Kardanom zuerst hinein, danach den Ingwer und dann die anderen Gewürze. | |
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|| 163 || Niernberger lezeltlach zú machen Nim ain masß honig/ thús jn ain grosse pfanen, verfoms | |
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163. Nürnberger Lebkuchen machen Nimm 1 Maß Honig, tu ihn in eine große Pfanne, schäume ihn gut ab und lass ihn eine gute Weile
kochen. Tu 1 ½ Pfund Zucker daran, rühre es fortwährend mit einem hölzernen Spatel um und lass es so
lange kochen, wie man Eier kocht, schütte es so heiß in einen Vierling Mehl, rühre es langsam um und
tu das genannte Gewürz in den Teig, rühre ihn langsam und nicht lange um, nimm 1 Lot Zimtstangen,
3 Lot Muskat, 1 ½ Lot Nelken, 6 Lot Ingwer, 1 Quentchen Muskatblüte, und jedes einzeln geschnitten
oder gestoßen, so dass es nicht zu klein ist, insbesondere die Zimtstangen grob gespalten. Und wenn
du das Gewürz in den Teig getan hast, dann lass den Teig so lange stehen, wie man braucht, um Eier hart
zu kochen. | |
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|| 164 || Ain grossen nierenberger lezelten zú machenn Nim ain masß honig vnnd aúch ain halben vierdúng | |
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164. Einen großen Nürnberger Lebkuchen machen Nimm 1 Maß Honig und ½ Vierdung Zucker, mache es wie bei den kleinen Lebkuchen, nimm ½ Vierling Mehl und dann Gewürz, wie folgt, 1 Lot Zimtstangen, 2 Lot Nelken, 3 ½ Lot Muskat, 8 Lot Ingwer, ½ Lot Muskatblüte. Rühre es vorsichtig um, danach rolle den Teig etwas aus. Backe ihn wie die kleinen Lebkuchen. | |
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Texte entnommen aus:
Das Kochbuch der Sabina Welserin. | |
| Kochbuch der Philippine Welser (ca. 1545, p. 180f.) | |
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"Vie man die Lezelten bacht | |
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Gefunden auf: www.florilegium.org, diese große Seite gibt es auch im Text- oder rtf-Format. | |
| Ein sehr Kuenstlichs vnd fuertrefflichs Kochbuch ... (ca. 1560; Nr. 39) | |
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"Leckuchen bachen der kleinen/ So man 21. fu:er ein gu:elden gibt. | |
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Gefunden auf: www.florilegium.org, diese große Seite gibt es auch im Text- oder rtf-Format. | |
| Kurze Geschichte des Lebkuchens |
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Der Name "Lebkuchen" kommt entweder vom altdeutschen Wort "lebbe" (sehr süß) und bedeutet demnach "süßer Kuchen" oder vom lateinischen "libum" (Fladen). Ursprünglich wurde der Lebkuchen als mit Heilkräutersäften vermischter Honigfladen in den Apotheken der Klöster hergestellt, da Honig als Nebenprodukt der kirchlichen Kerzenherstellung anfiel. Im 13./14. Jahrhundert begann die gewerbsmäßige Lebkuchenherstellung. In Nürnberg gab es seit 1643 die Zunft der Lebzelter. Honig, eine wichtige Zutat bei der Lebkuchenerzeugung, war im Mittelalter die einzige Süßigkeit, die in größeren Mengen vorhanden war. Der Honig war auch entscheidend für den Ruf der Stadt Nürnberg als Lebkuchenbäcker, da der Nürnberger Reichswald mit seinem Heidekraut - auch "Des Heiligen Römischen Reiches Bienengarten" genannt - genügend Honig lieferte. Durch ihren Handel mit Venedig standen den Nürnbergern außerdem die notwendigen Gewürze zur Verfügung. Mit den Nürnberger Lebkuchen wird auch ein Aberglaube verbunden. Zum Beispiel streichelten die Bäuerinnen mit ihren Händen, die vom Lebkuchenteig verschmiert waren, ihre Obstbäume, damit sie im folgenden Jahr reichlich tragen sollten. Man sagte auch, dass, wenn der Bäuerin der Lebkuchenlaib misslang, sie damit rechnen musste, im nächsten Jahr zu sterben. |
| Nürnberger Marzipan |
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Und die Nürnberger waren es auch, die im 30jährigen Krieg das "Nürnberger Marzipan" erfanden, weil ihnen die Zutaten fürs richtige Marzipan fehlten. Und was ist das Ergebnis, wenn nicht ein heller Lebkuchen! 5 Eier Trockenes Mehl und trockener Zucker waren keine Selbstverständlichkeit. Beides wurde erst
getrocknet und dann gesiebt. Dann wurden Eier und Zucker eine Stunde lang zu einer Schaummasse
gerührt. Heute schafft die Küchenmaschine das Schaumigrühren zwar wesentlich schneller,
aber einige Zeit sollte man schon investieren, denn es geht darum, den Zucker aufzulösen. |
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Weitere Informationen auf: Lebkuchen und Gewürzkekse - von Fred Schwohl. Vom Honig- zum Pfefferkuchen - von Deutschlandradio. aus "Was die Großmutter noch wußte": |