Krapfen zur FasnachtIm Mittelalter rieten die Geistlichen vor Beginn der christlichen Fastenzeit
kräftige und nährstoffreiche Nahrung zu essen.
Also ließ man es sich noch mal so richtig schmecken lassen und aß statt Brot das energiereichere Schmalzgebäck, eben gefüllt mit allem was noch da war oder als Krapfen gut schmeckte. Auf dieser Seite die Rezepte für: 1350: Käse-Speck-Füllung für Krapfen
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Ein gutes Gebäck / Krapfen mit Käse-Speck-Füllung aus dem Buoch von guoter Spîse, um 1350 |44:1| Ein guot gebackenz.
Das Buch von guter Speise (um 1350) Textgrundlage: Hans Hajek (Hg.): Das buoch von guoter spise. Aus der Würzburg-Münchener Handschrift. Berlin 1958. - Quelle: Monumenta Culinaria et Diaetetica Historica von Thomas Gloning | |
Käse, Ei und Speck als Krapfenfüllung Ein authentisches Teigrezept steht ganz unten auf dieser Seite. Für die Füllung:
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Den Speck in sehr feine Würfel schneiden und mit den übrigen Zutaten vermengen. Die Masse löffelweise in die Mitte der Teigflecken geben. Quadrate zu Dreiecken falten bzw. Kreise halbieren und die Ränder gut andrücken. Dann in einer Pfanne in heißem Schmalz ausbacken. |
Krumme Krapfen - 2 Parallelüberlieferungen aus den Münchner Kochbuchhandschriften Cgm 384, nach 1470 noröstl. Bodenseeraum:
63 - Krumme Krapfen Clm 15632, nach 1490 Rott am Inn: 12 Item nimm geriebenen Käse der gut sei und halb als viel Mehl und schlag Eier daran, daß es sich laß wellen. Und pulver das wohl und wirk es auf einem Brett lang, als die Würste. Und mach es dünn und krümmt es als die Hufeisen. Und backs also in Schmalz. 32 Item willst Du Krapfen oder Küchel machen, so nimm geriebenen Käse und ein wenig Mehl und mach das mit Eiern an. Und tue es mit einem Löffel klein und groß in ein Pfannen mit Schmalz. Und backe es darin und gilb den Teig vorher. 32a Willst Du eine Brühe darauf machen, so nimm Eierdotter und Milch und rühr das wohl durcheinander. Und koch es wenn Du es anrichten willst. [Das sollte dann aber unter ständigem Rühren erfolgen!] 'als' meint hier natürlich 'wie', Roßeisen = Hufeisen, gemeint ist die Form der Krapfen | |
Krapfen mit Beerenfüllung - aus den Münchner Kochbuchhandschriften, Clm 15632 29 Item des gleichen mach von Beeren eine Fülle mit Honig und Gewürz. Und knete einen Teig von Eiern und Mehl und mach Zettel daraus. Und schlag die Fülle darin ein und backs in Schmalz. | |
Strauben ist die süddeutsche Bezeichnung für ein Gebäck, dessen recht flüssiger Teig z.B. mit Hilfe eines Trichters in heißes Fett gegeben und darin ausgebacken wird. Nach Aussage von Trude Ehlert in Kochbuch des Mittelalters wird ein Straubenteig zwar in vielen Rezepten erwähnt, seine Zutaten jedoch nie angegeben. Eine Google-Suche ergibt auf Anhieb sehr viele brauchbare Rezepte. | |
Strauben und Krapfen in der 'Koch- und Kellermeisterei' von 1566 Gute Streublin.
Gute Krapffen von Opffeln vnd Biern.
Lappen Küchlin.
Ein Krapfenteig.
Klein Krapffen für Herrn füll mit eitel Fischlebern/ wol gestossen mit ein wenig gerieben Lebkuchen/ so haben sie Würtz gnug. Also Vogellebern/ Hünerlebern wol gehackt vnd gestossen/ mit einem Eyertotter/ vnd gerieben Lebkuchen daran/ vnd füll sie ein. Alles Jngeweid von Fischen mit einem Eyertottern gestossen/ mit Fischbrüh vor abgemachet/ ein wenig Lebkuchen darunder gerieben/ ist gut Fischfüll in die Krapffen/ also schön gebacken. Krapffen backen von vberbliebenen Hünern.
Koch vnd Kellermeisterey 1566, Teiledition der Kochrezepte (Blatt A1a bis G3a des Drucks) - Quelle: Monumenta Culinaria et Diaetetica Historica von Thomas Gloning | |
Krapfenteig aus der 'Koch- und Kellermeisterei' 3 El Weißwein
Die Zufügung von Butter und Sahne in dieser Nachkochung habe ich von Trude Ehlert aus dem Kochbuch des Mittelalters übernommen. Der Teig ist dadurch geschmeidiger. |
Den Honig im Wein aufkochen und dabei rühren um ihn aufzulösen.
Etwas von dem Gemisch zum Abkühlen in eine kleine Schüssel geben.
Unterdessen in einer anderen Schüssel das Mehl mit der Butter, dem Salz, dem
restlichen Honigwein und der Sahne vermengen.
Das Eigelb und das Kurkuma mit dem separaten Honigwein verrühren und zum Teig geben.
(Ist die Flüssigkeit noch zu heiß, gerinnt das Ei!).
Der oben wiedergegebene Originaltext stimmt fast wörtlich mit dem Rezept 39,3 aus der 'Küchenmeisterey' von 1490 überein, der von Trude Ehlert in ihrem Buch zitiert wird. |