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Die bekannte Kochbuch-Sammlerin und erfolgreiche Verfasserin von Koch- und Hauswirtschaftsbüchern
des 20. Jahrhunderts
Erna Horn hat in ihrem Buch
Köstliches und Curieuses aus alten Kloster- und Pfarrküchen
eine deutsche Übersetzung des Originaltextes veröffentlicht, die ein etwas anderes Bild
des Rezeptes bietet:
Lombardische Suppe mit Kräuterklößchen
Nimm Rüben oder Spinat, schneide sie klein und koche sie in viel Wasser, das muß sorgsam
wieder ausgedrückt werden und das Geheck mit Butter gewellt und einem Zweig wohlriechenden Krautes.
Sodann thus in ein irden Häflein mit geriebnem Permesaner Käs oder Fett; eines magst nehmen
oder das andre. Darzu thu Pfeffer, Zimmet, Nägelein und Saffran und spare nicht mit rohen Eier.
Wirds Süpplein zu dünn, so füg gerieben Brot hinzu; wirds zu dick, brauchts mehr Butter.
Sodann bereit Klößlein aus Kapaunenbrust mit Kalbsfett, Corinthen und Majoran, kleine wie
große, koch sie in guter Fleischbrühe gar, bestreu sie mit Käs, Zucker und Zimmet und
reich sie zur Suppen.
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Original-Version:
500 g Rüben (Wilde Möhre, Pastinake, Kulturrübe,
Speiserübe, Kohlrübe, Petersilienwurzel) nach Wahl
oder 500 g Spinat
1 Liter Fleischbrühe
1 Zweig Thymian
1 Messerspitze gemahlene Nelke
Salz und Pfeffer
½ TL Zimt oder weniger nach Geschmack
100 g geriebener Parmesankäse oder anderen Käse
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3 Eier
Safran
Muskat
Die Rüben oder den Spinat kleinschneiden und im Wasser kochen. Das Wasser abgießen bzw.
ausdrücken. Das kleingeschnittene Gemüse wird mit Butter aufgekocht und die Gewürze
zugefügt.
Dann wird das Ganze in einem Gefäß mit dem geriebenen Käse vermischt. Dazu kommen die
Gewürze Pfeffer, Zimt, Nelke und Safran. Nun werden die rohen Eier untergezogen.
Wird die Suppe zu dünn, so fügt man geriebenes Weiß- oder Graubrot hinzu;
Wird sie zu dick, mischt man Butter unter.
200g Hühnerbrust, als Hackfleisch
50g feinst gehackter Speck
1 Handvoll Korinthen oder Rosinen
1 TL Majoran
½ Liter Fleischbrühe
50 g geriebener Parmesankäse oder anderen Käse
1 TL Zucker-Zimt-Michung
Die Zutaten vermengen und verschieden große Klößchen formen und in der Brühe
garziehen lassen. Wenn der Fleischteig nicht zusammenhällt, ein Ei zufügen.
Die fertigen Klöße mit Käse und Zucker-Zimt bestreut zur Suppe servieren.
Als schnellen Ersatz kann man auch Klößchen aus einer Bratwursthülle drücken und sieden.
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Verbreitete Version:
500 g Karotten
50 g Butter
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½ Liter Gemüsebrühe
1 Zweig Thymian
1 Nelke
Salz und Pfeffer
Zimt
50 g Käse (Emmentaler, gerieben)
½ Liter Traubensaft, weiß
3 Eigelbe, sehr frisch
Safran
Muskat
Die geputzten und in Scheiben geschnittenen Karotten in der Butter andünsten. Die Brühe angießen und
für 15 Minuten weich kochen. Den Thymian und die Nelke zugeben, salzen und pfeffern.
Wenn die Karotten gar sind, die restlichen Gewürze, den Käse und den Traubensaft unterziehen. Kurz
ziehen lassen, zum Schluss die Suppe mit den verquirlten Eigelben legieren.
Suppe nochmals kurz aufwallen lassen, dabei nicht mehr kochen, sonst gerinnen die Eigelbe. Die
Nelke herausfischen und die Suppe mit einem kräftigen Graubrot servieren.
Wenn in einer Holzschüssel serviert wird, den Käse nur aufstreuen, er hängt sich
sonst eventuell an das Gefäß an.

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Mus oder Suppe
Das Wort "Supen" bezeichnete das Saufen, Saugen, Schlürfen, es ist eines der ältesten Wörter
und kommt deshalb als Hauptwort in allen europäischen Sprachen vor. Auch die romanischen Sprachen
haben es aus dem Germanischen entlehnt.
In ihrer frühen Entwicklung war die Suppe zuerst eine warme Morgensuppe. Sie wurde als
Getreideschrotbrei zubereitet und war über Jahrtausende der Nahrungsstandart von Bauer und
Edelmann. Sie wurde mit anderen Lebensmitteln ergänzt je nach Jahreszeit und Geldbeutel.
Obwohl einem Kochbuch der Renaissance entnommen, ist diese "Lombardische Suppe"
noch ganz und gar ein mittelalterliches Mus.
Zu Zeiten des Mittelalters hatten in Europa dicke Suppen und Muse neben Wein und Milch oftmals die
Funktion des warmen Frühstücks. Die Suppe sollte möglichst dickflüssig sein, da sie nach der damaligen
Ansicht umso besser wäre. Auch wurden in reicheren Haushalten Suppen zum Abendbrot gereicht, obgleich
eine allgemeine Speisenfolge nicht festgelegt war.
Mit der Renaissance traten modernere Formen der Suppen auf und wurden kontinuierlich verfeinert. So
war eine Fleischbrühe oftmals deren Grundsubstanz, die wahlweise mit Eiern, Mandelbrei oder Brotkrumen
verdickt wurde. Die Zubereitungen entsprachen mit den Fleischzugaben und Gemüse dem heutigen Eintopf.
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