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Umschrift des Originaltextes: Kapitel: Von allerley Zugemuß / so auf mancherley art mag zugerichtet werden. Seite CLI, Nummer 142. Nim gestossene Mandeln / mach sie mit süsser Milch ab / mach sie süß mit weissem Zucker / rür etliche Eyerdotter / uund ein wenig unzerlassene Butter darunter / setz auffs Feuer / unnd machs warm. Nim gebeht Schnitten von einem Weck / stoß in die Mandeln / und leg sie in die Turtenpfannen /sträw schwarze Rosein / die sauber seyn / darüber / belegs widerumb mit Schnitten und Mandeln. Nim die uberbliebene Mandeln / thu sie uber die gebeht Schnitten / und geuß Butter / die fein frisch und lauter ist / darüber / besträw es it gestossenem Zucker / sets mit der Turtenpfannen in Ofen / und laß backen. Wenn du es wilt anrichten / so stürz ein Schüssel darüber / kehrs umb / und gibs warm auff ein Tisch / und besträw es mit Zucker. Du kansts auch wohl in ein ander Schüssel umbkehren / so ist es auch gut und zierlich. Unnd diese Speise nennet man auch Böhemisch Baba von Mandeln gemacht. | |
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Süßer Semmelauflauf - ein Bruder des Puddings: (ergibt 6 Portionen) 1 Brioche (400g) oder 5 Weizen-Semmeln
In vielen mittelalterlichen Rezepten findet man bekanntlich den Hinweis "... und versalz es nicht." Zumindest eine Prise Salz sollte aber auch hier zugegeben werden, denn es wirkt als Geschmacksverstärker bzw. zur Abrundung des Geschmacks süßer Speisen. |
Brioche oder Semmeln in Scheiben schneiden und im Ofen oder in der Pfanne anrösten. (Toasten geht insbesondere beim Brioche nicht, es verbrennt!) In der Zwischenzeit eine Auflaufform fetten und mit Zucker ausstreuen. Die Mandeln mahlen, in die Milch geben, die Eidotter, Zucker und Butter zugeben und vorsichtig erwärmen, die Mischung dickt dadurch etwas an. Vorsicht, es darf keinesfalls zu heiß werden, sonst gerinnen die Eidotter! Die Semmelscheiben müssen solange in die Mischung eingelegt werden bis sie vollgesogen sind, dann werden sie schichtweise in die Form gelegt und jeweils mit Rosinen bestreut. Bei Briochescheiben ist es ausreichend diese in die Form zu schichten und sie mit der Mandelmischung zu übergießen. Wenn alles Brot verbraucht ist, wird der Rest der Mandelflüssigkeit darübergegossen, Butterflöckchen darauf gesetzt und das ganze dick mit Zucker bestreut. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C cirka 30 min auf unterer Schiene backen. Dazu schmeckt Vanillesauce. Wenn man allerdings period bleiben möchte, ist es besonders wichtig die Rosinen gleichmäßig zu verteilen. Das ergibt eine feine puddingartige Süße. Auch eine Spur Zimt rundet den Geschmack sehr gut ab. |
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Auf die Idee dieses schöne Rezept auzuprobieren, kam ich durch die Lektüre des Buches "Die Geschichte vom Pudding" von Sybille Schall (Verlag Gräfe und Unzer, keine Jahreszahl). Ein schöner Titel aus den 80ger Jahren über die Geschichte des Pudding und seiner Verwandten: Wurst, Mus und Auflauf. Im Anhang einige moderne Adaptionen historischer Rezepte. |