Verjus / Verjuice
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www.DasMittelalterkochbuch.dewww.Geschichte-des-Kochens.deHistorische Küche im Internet |
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Agrest bzw. Verjus (von franz. Vert Jus - grüner Saft) ist ein aus unreifen Weintrauben gepresster Saftt. Er war im Mittelalter in ganz Europa verbreitet, bevor die Kreuzfahrer die Zitronen brachten. Er heißt agras im "Libre de Sent Sovi", agresta auf lateinisch im "Liber de Coquina et le Tractatus de modo", agresto in Italien bei Maestro Martino, verjons in England im "Forme of cury" und Agraz hier in Deutschland in "Daz Buoch von guoter spise". Der Saft ist mit Glück in Feinkostgeschäften zu bekommen, läßt sich für unsere Rezepte aber auch auf vielfältige Art ersetzen, z.B. durch: Die saure Würzbrühe wurde nicht nur zum Kochen benutzt, sondern auch als Saucendip auf den Tisch gebracht. So beschrieben von Wolfram von Eschenbach im fünften Buch seines "Parzival" (ca. 1200 - 1220).
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Deutsch: Saft unreifer Trauben, Verjuice
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Aktuelle Links zum Thema: |
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Im ältesten deutschen Kochbuch sind bereits 4 Rezepte zur Herstellung saurer Gewürzbrühen verzeichnet: | |
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|32a:1| Wilt du machen einen agraz.
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32a. Willst Du einen Agraz machen. |
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|33:1| Aber ein condiment.
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33. Eine Sauce zu Flesich
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|34:1| Ein salse.
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Eine Sauce
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|35:1| Ein graz.
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35. Ein Agraz.
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Daz buoch von guoter spise: Buchinfo | |
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Samuel Hahnemanns Apothekerlexikon von 1793:
Agrest (Agresta, Omphacium, Verjus,), der aus unreifen Trauben gepreßte Saft. Kurz vor ihrer Reife gepflückte,
von ihren Stielknöpfchen sorgfältig befreite, Weinbeeren einer großen Art, werden in einem hölzernen oder
steinernen (nicht marmornen) Mörsel mit einer hölzernen Pistille dergestalt zerquetscht, daß die Kerne darin
nicht zerstoßen werden, dann in einem leinenen Sacke ausgepreßt (Auspressen), der Saft mit etwas roher Milch
(auch drei Pfund Saft etwa ein Quentchen ungesottene Milch) vermischt, und an einem kühlen Orte etwa zwölf
bis funfzehn Stunden stehn gelassen. Die Milch gerinnt und nimmt alle Unreinigkeiten in Flocken zu sich.
Nun seihet man den Saft durch einen tuchenen Spitzbeutel, füllt ihn in gläserne Flaschen, gießt etliche
Tropfen Baumöl darüber, verkorkt sie wohl, und hebt sie im Keller auf.
Samuel Hahnemanns, der Arzneigelahrtheit Doktors und Mitgliedes einiger gelehrten Gesellschaften, Apothekerlexikon, Ersten Theils erste Abtheilung: A-E, Ersten Theils zweite Abtheilung: F-K, Zweiten Theils erste Abtheilung: L-P, Zweiten Theils zweite Abtheilung: Q-Z, Leipzig: Siegfried Lebrecht Crusius, 1793, 1795, 1798, 1799. |